Freitag, 28. Dezember 2012

Teneriffe - Orotava Valley & Puerto de la Cruz


Um 06:00n geht der Wecker und ein erster Blick auf die Webcam zeigt: die ersten Lichter von Santa Cruz de Tenerife sin am Horizont im Dunklen auszumachen, also nichts wie richten, und raus auf Deck 3 – in der Hoffnung, dass es wieder frei gegeben ist.
Frühstück gibt’s im Britannia erst wieder ab 07:30, so haben wir in aller Ruhe Zeit, richtig gemütlich rund um’s Schiff zu laufen, bei wirklich bereits sehr angenehmen Temperaturen und so gut wie keinem Gäste-Verkehr. Wir treffen nur sicher 3x auf die gleichen Mitarbeiter, die sich für’s Einlaufen in den Hafen bereithalten müssen.
Es scheint Vollmond zu sein und neben uns sehen wir ein weiteres Kreuzfahrtschiff, das irgendwie versucht, an uns vorbei zu ziehen, um eher im Hafen zu sein (frei nach dem Motto: ich hab mich nicht vorgedrängelt, nur vorn angestellt...) – war bei der späteren Parksituation auch durchaus sinnvoll... da hätte ich mit keinem Schiff dazwischen fahren wollen müssen...
Am Horizont (diesmal nicht auf Landseite) geht langsam die Dämmerung voran.
Als wir näher an das Schiff kamen und der Zoom der Kamera auch im Dunkeln griff, sahen wir, dass es die Boudicca von Fred Olsen ist.
Später stellen wir fest, dass noch eine Fred Olsen (Balmoral) im Hafen liegt, sowie die Thomson Majesty. Sowie dann auch 2 Fähren, die Fred Olsen Express und noch eine weitere, die über die Heckklappe 4 Rampen bedient.
Pünktlich um 07:30 „stürmen“ wir das Britannia Restaurant, bekommen einen super schönen Tisch direkt am Fenster mit bestem Service und beschränken uns auf ein „Minimal“-Frühstück, da für Omelette die Zeit einfach zu knapp ist und die Kellner und Küche nicht undbedingt unter unserem Zeitdruck zu leiden haben sollten. Nur weil wir nicht ins Lido „ins Gewühl“ gehen wollen... Die Tour heute ist ja auch keine (fast) Ganztagestour, sondern auf 4 Stunden veranschlagt. Dann klappt das auch mit dem rechtzeitigen Mittagessen und das schmalere Frühstück reicht komplett aus.
Als wir im Queens Room auftauchen, war die Queen Victoria noch nicht mal richtig festgemacht. Später in der Freigabe-Durchsage vom Sicherheitsoffizier war von einem „erhöhten Verkehrsaufkommen im Hafen“ die Rede. Ja, das haben wir gesehen... Aber die Verspätung, bis wir aus dem Schiff draussen waren betrug insgesamt grad mal sowas wie 20 min. Also durchaus ok. und da das Schiff erst um ca. 20:30 wieder ablegen wird, haben wir auch keine Bedenken, ob der Ausflug entsprechend verlängert wird.
Nach der Freigabe waren wir dann an vierter Stelle dran, auf Deck A (nicht beim Spital, sondern beim Tender-Luk) über die Gangway zum Bus zu laufen. 
„Puerto de la Cruz und Orotava Valley“ 
Wir bekamen Bus Nr. 4, unsere Guide heisst Liz (Elizabeth). Es war eine rein englisch geführte Tour.
Die Guide macht ihre Arbeit gut, gibt viel sehr nützliche Informationen und schaut auch immer wieder, dass auch ja alle pünktlich wieder im Bus sind – was nach erfolgreichem Durchzählen mit einem strahlend – erleichterten „Yes“ quittiert wird. Es sie ihr gegönnt, dass es keinen „Schwund“ gab – schon gar nicht nach der Freizeit in Puerto de la Cruz mit den ganzen Touristenfallen an der Promenade entlang.
 Bananen?
 nein, blau-weisse Strelizia !
Wir hatten einen Traum von Wetter erwischt, die Route war gut gewählt, und da wir so früh unterwegs waren, hatten wir so gut wie keine anderen Leute an den Aussichtspunkten, die für Fotostopp ausgewählt worden waren.
 der Mount Teide in seiner vollen Pracht
Auch der Orchideengarten oberhalb von Puerto de la Cruz war wunderschön – wie vor ca. 4,5 Jahren schon.
 oh ja, es könnt ja was zu essen geben....
 och, wenn ich gross bin, lieb ich auch mal... den beiden hätten wir stundenlang zuschauen können...
 der schaut zwar erst, macht aber selber auch mit...
 der alte Drachenbaum steht noch...
 gute Aussichten zum Geburtstag .... er ist sichtlich zufrieden...
 ja, die Wurzeln über der Natur-Pergola können auch für die Köpfe hinderlich sein, also besser rot anmalen, dass sich keiner den Kopf stösst....
 ein einsamer Falter unterwegs....
Die Freizeit in Puerto de la Cruz war gut für „Auslauf“, nur wurden wir diesmal (aus verkehrstechnischen Gründen wohl) an einem anderen Punkt abgesetzt als vor 4,5 Jahren, was es uns zeitlich nicht möglich machte, bis zum Ende der (uns von damals bekannten) Promenade zu laufen (von dort hatte es einen traumhaften Ausblick auf den Atlantik und zurück in Richtung Promenadenmitte). 
 oh, ein Talerbaum mitten zwischen den Kakteen... meiner ist ähnlich gross, aber wahrscheinlich viele Jahre älter...
 hä? ich dachte, ich bin in Spanien....
 na ja, dass die überall sind, wissen wir mittlerweile...
 das kennen wir von Betanzos noch....
 paradoxe Ansichten... Shorts, Muscle-Shirt oder ganz oben ohne und dann ein dekorierter Weihnachtsbaum daneben....
 ein empfehlenswertes Lokal, hier wird man nicht "angegraben", um doch rein zu kommen, sondern es ist ordentlich, sauber (auch die Toiletten!) und die haben mächtig viel zu tun. Abends ist das wohl auch eine Diskothek.
 mit den zwei (hier sieht man nur einen) Papageien kann man sich fotografieren lassen - gegen Gebühr - versteht sich....
Zudem waren auf diesem (für uns neuen) Abschnitt so dermassen viele afrikanische fliegenden Händler (mit teils Kunsthandwerk aber auch oft Billiguhren oder Billigsonnenbrillen in Gebinden, die schnell im Rucksack verschwinden konnten), die auch „Direktmarketing“ versuchten, in dem die Passanten persönlich angesprochen wurden, und das zum Teil recht hartnäckig und lästig. Ich kam mir fast vor wie in Ägypten nur war die Nationalität eine andere... Schade. Die Polizei zeigte Präsenz, aber die kann halt auch leider nicht überall die Finger dazwischen halten.
 Souvenirgeschäft...
... bitte, was machen die mit uns über die Insel? aua... und ich glaub, auch die englische Übersetzung war nicht 100% korrekt...
 unser Bus, schön im Schatten...
 und ab geht's wieder entlang der Felsen durch die "Guckloch"-Autobahn zurück nach Santa Cruz
Orotava Valley haben wir in dem Sinne nicht wirklich „besucht“, sondern haben von einem Aussichtspunkt rein geschaut und sind durch Orotava durch gefahren. Das war’s dann leider auch schon. Irgendwie hatten wir uns da was anderes drunter vorgestellt, aber da wir letztes Mal bereits eine grosse Tour inkl. Mt. Teide mitgemacht haben und somit das Wichtigste bereits kannten, war diese Tour eine schöne Alternative bei bestem Wetter und einer ordentlich guten Guide. Der Busfahrer hat an vielen Stellen wahres Können bewiesen und uns sicher zum Schiff zurück gebracht. Also: gut gelaufen und für Leute, die es noch nicht kennen, sicher empfehlenswert.
 die "Kakerlake" - auch von Calatrava
 und hier das sehr markante Auditorium von Calatrava
 wieder im Hafen
Trotz grossem Verkehrsaufkommen auf dem Rückweg (noch Weihnachtsshopping, da die Geschenke in Spanien und somit auch den Kanaren bis spätestens Dreikönig gegeben werden können, und auch Mittags-Feierabendverkehr) sind wir kurz nach 13:00 wieder am Schiff und nutzen die Möglichkeit erst einmal, die Queen Victoria von Anfang des Piers auf unsere Chipkarten zu bannen. 
Allerdings haben wir es auch später vom Heck oben nicht geschafft, alle 4 hintereinander liegenden Schiffe irgendwie „am Stück“ optisch darzustellen.
Wir gehen zuerst in die Kabine, versorgen Geldbeutel und schnappen Laptop usw. und dann ab ins Lido, bei „Alfredo“ (ne, er heisst Noel) eine Pizza bestellen und schon mal auf „Warteposition“ sitzen, bis der Tisch mit Steckdose frei wird.
Die Luft im Schatten draussen hat gute 21°C, der Wind bläst ordentlich (halt Kanaren und Atlantik) und in der Sonne brutzelt es ziemlich schnell ganz heftig. Sehr froh bin ich um meine neue, sehr dunkle Sonnenbrille mit „Lesefeldchen“. Das Ding ist Gold wert, weil ich mit den Gleitsichtbrillengläsern nicht so zurechtkomme, ist die Version absolut klasse. Sobald ich auf der Kamera was nachschauen oder lesen muss, kommen die „Leselinsen“ zum Einsatz und nichts mit zwei Brillen rumfummeln. War eine gute Entscheidung. 
 das Auditorium von Calatrava hinter den Hafen-Kränen
Ich bleib nicht lange draussen auf dem Sonnendeck, sondern geh wieder rein ins Lido, denn Pizza ist fertig und die Melonenstücke warten auch schon...
Wir verbringen den Nachmittag im Lido mit Blog schreiben, Fotos runterladen und aussortieren, sowie e-mails Kontrollieren. Natürlich beobachten wir auch einige Frachtschiffe und Fähren beim Aus- und Einlaufen und hegen die stille Hoffnung, dass wir die anderen Kreuzfahrtschiffe auch noch bei der Ausfahrt verfolgen können, und zwar bevor unser Abendessen angesagt ist... 
Wir haben leider keinen Fahrplan für die anderen 3 Schiffe da
Gegen 18:00 gibt’s über Lautsprecher die Information, dass anlässlich des 5. Geburtstags der Queen Victoria um 19:00 eine Folkloregruppe am Pier eine Tanzaufführung geben wird. Na, dann schauen wir doch mal, ob wir die von Deck 3 auf der Promenade aus beobachten können.

Heute Abend ist Elegant Casual angesagt. Auch gut. Wohl wegen der Spätrückkehrer auf dem Schiff und der späten Abfahrt.
Morgen ist bereits der nächste Hafen, also wohl wieder nichts mit ausschlafen... Gran Canaria mit dem geänderten Ausflug „Leisurely Gran Canaria“, da ja das Dolphin Watching mangels Beteiligung (oder Delphine?) leider abgesagt worden ist. Aber das sehen wir dann mit dem folgenden Tagesprogramm kurz vor dem Abendessen.
Wir gehen in die Kabine, richten uns bereits und gehen auf die Promenade Deck 3, wo bereits die kanarische Volksmusik nach oben tönt. Die Reling ist – wo immer was zu sehen ist, voll belegt. Wir linsen zwischen einigen Leuten durch, die uns dann hie und da mal kurz dazwischen lassen, um ein paar Fotos, bzw. kurze Filmsequenzen aufzunehmen.
 
und der Chef unserer Bord-Fotografen legt isch sprichwörtlich "quer", um gute Fotos von den Darbietungen zu machen....
Ich meinte dann nur zu Thomas, dem es auch sichtlich gefiel, was er sah und hörte, „stelle Dir einfach vor, die machen das nur für Dich zum Geburtstag“ – ist doch nicht wahr... – „aber vorstellen kannst es Dir doch, denn es hat zeitlich grad richtig gepasst“. Da musste er mir doch zustimmen...
Die Melodien darf man sich nicht als Flamenco vorstellen (von wegen Spanien und so), sondern eher ruhiger und friedlicher und nicht so voll Theatralik, und sehr harmonisch im Klang. Es sind eher fröhliche, schön angenehm rhythmische Weisen, die einen fliessenden Paartanz (ohne sich jedoch zu berühren) zulassen. Ein Passagier neben mir meinte nur, dass ihn einige Hüte der Frauen an Bolivien erinnern. Ja, hat was, nur: wer hatte die Art Hut dann zuerst?
Nach 45 min. sind wir dann rein, und haben auch anderen Mitreisenden unseren mittlerweile erhaltenen freien Platz an der Reling überlassen. Wie lang die Gruppe dann schlussendlich noch spielte, sang und tanzte, wissen wir nicht, aber so gegen 20:20 ist die Queen Victoria dann von Santa Cruz de Tenerife abgefahren. Diese Darbietung war wirklich schön und eine super tolle Geste.
Da bis zum Abendessen noch Zeit war, haben wir uns auf Deck 3 in die Bar gesetzt (direkt neben den noch nicht besetzten Flügel) und Thomas konnte so über den Tablet PC wenigstens e-mails abrufen und schauen, was es so Neues gab.
Das Abendessen war wieder lecker und bis das Dessert dann endlich auf den Tisch kam, ging’s etwas länger... der arme, der Thomas‘ Eis gebracht hat, stand da wie auf glühenden Kohlen... die mussten erst eine Gruppe zusammentrommeln. Ich hab’s mitbekommen, Thomas nicht, da es hinter seinem Rücken war. Ich hab dann unter dem Tisch die Kamera gerichtet und im richtigen Moment fotografiert (gottseidank hatte das Ding da nicht grad Ladehemmungen...), als sie anfingen, ihm ein Geburtstagsständchen zu singen ! War das lieb ! und da hat jemand gestrahlt... Das war der absolut perfekte Abschluss des Geburtstages für Thomas.
Mihaela (die Chef de Rang – jetzt weiss ich ihren Namen auch endlich) hat es (ausnahmsweise) möglich gemacht, dass Thomas den Kellnergesang auch ohne Tortenbestellung bekommt (ist neue Policy, Torten gibt’s nicht mehr automatisch gratis bei Geburtstag, was auch ok ist, denn wer soll das bitte alles essen??? Und eben normal nur mit bestellter Torte gibt’s neu den Gesang dazu...). Ich hätte es vollkommen verstanden, wenn es nicht möglich gewesen wäre und wär denen auch nicht böse gewesen, aber eben. Es hat geklappt und war super toll. Die haben ihm auch alle persönlich per Handschlag noch gratuliert und nur das Beste gewünscht und sind dann wieder abgezwitschert. Später haben sich unsere 3 Kellner noch ein bissel persönlicher mit ihm unterhalten. Wie gesagt, wir fühlen uns hier wirklich ganz toll aufgehoben und super gut behandelt!
 
Danach sind wir noch ins Fotostudio, das Bild mit Frau Kapitän von der Brückenbesichtigung raussuchen und in die Sammelmappe tun lassen. Thomas hab ich grad bei den Fotomädels gelassen, denn er hatte ihnen versprochen, Fotos von seinen Lego-Bauten zu zeigen (alle auf dem Tablet dabei - wie parktisch...) und ich hab mich inzwischen mal noch um die Strass-Modeschmuck-Kollektion „gekümmert“, bin allerdings unverrichteter Dinge wieder abgezogen, denn an die zwei Ringe von der MSC Opera kam nichts wirklich auch nur annähernd dran, was da angeboten wurde. Und eigentlich hab ich ja genug Schmuck...
Als ich zurück kam, hingen 3 Damen über Thomas‘ tragbarem Bildschirm und waren voll fasziniert und hin und weg... Wir hoffen nur, dass die keinen Ärger bekommen... Es waren noch 2 Leute präsent, die die Kundschaft entsprechend bedient und versorgt hat, so war das wohl nicht zu arg...
Als der Fotoshop dann schliessen sollte, haben wir unsere Sachen gepackt und sind – nicht ohne dass Thomas noch ein dickes „Happy Birthday“ von allen 3 Damen bekam – in Richtung Cafe Carinthia abgezogen. Ich hätte nicht gedacht, dass es erst 22:30 ist. Ich dachte, wir müssten eigentlich schon längst ins Bett... Es war ein so ereignisreicher Abend, den wir dann in aller Ruhe und Gemütlichkeit auch bei einem „Cranpinha“ ausklingen liessen.
Zurück in der Kabine fanden wir nebst den Tagesinfos für den nächsten Tag und den üblichen Schokotäfelchen noch einen Luftballon und eine Karte vor.
 
Also von der Reederei doch auch noch ein Gedenken. Sehr lieb und auch da strahlt Thomas wieder ordentlich. Ich denke, es war ein wirklich ganz gelungener Tag (na ja, eigentlich zwei, denn die Schiffsführung am Tag davor gehörte ja noch dazu).
Der Wecker wird wieder auf 06:00 gestellt, es ist Gran Canaria auf dem Plan.